Sind Sie noch Krypto-Trader oder bereits Wertschriftenhändler?

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Sind Sie noch Krypto-Trader oder bereits Wertschriftenhändler?

Viele Schweizer handeln heutzutage über Onlineplattformen mit Kryptowährungen. Die wenigstens sind sich dabei bewusst, dass die Gewinne aus dem Krypto-Trading unter Umständen als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit versteuert werden müssen.

Der Handel mit Kryptowährungen ist längst nicht mehr für Technikfanatiker reserviert, sondern als ernsthafte Anlagestrategie in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Zahlreiche Schweizer haben heutzutage bereits einen Teil ihres Vermögens in Kryptowährungen investiert und handeln diese rege über Onlineplattformen. Spätestens wenn die Steuererklärung ins Haus flattert, stellen sich jedoch viele die Frage, ob und wie die Erträge aus dem Krypto-Trading versteuert werden müssen.

Qualifikation als selbstständige Erwerbstätigkeit

Im Schweizer Steuerrecht sind Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen steuerfrei. Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Geschäftsvermögen unterliegen hingegen der Einkommenssteuer. Im Gegenzug können allerdings auch Verluste auf dem Geschäftsvermögen in der Steuererklärung in Abzug gebracht werden. Wie verhält es sich nun, wenn jemand regelmässig mit Kryptowährungen handelt? Ist diese Aktivität als private und somit steuerfreie Vermögensverwaltung oder als selbstständige und folglich steuerbare Erwerbstätigkeit zu qualifizieren?

Safe-Hafen-Rules als Anknüpfungspunkt

Die Kantone haben sich erstmals Ende 2017 zur steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen geäussert und dabei festgehalten, dass zur Abgrenzung die Bestimmungen des Kreisschreiben Nr. 36 der Eidgenössischen Steuerverwaltung betreffend den gewerbsmässigen Wertschriftenhandel massgebend sind. Zur Erhöhung der Rechtssicherheit wurden im Kreisschreiben sog. Safe-Haven-Rules definiert, anhand derer in jedem Fall von einer privaten Vermögensverwaltung ausgegangen werden kann. Die Kriterien müssen kumulativ erfüllt sein:

  • die Haltedauer der veräusserten Wertschriften beträgt mindestens 6 Monate;
  • das Transaktionsvolumen (entspricht der Summe aller Kaufpreise und Verkaufserlöse) pro Kalenderjahr beträgt gesamthaft nicht mehr als das Fünffache des Wertschriften-und Guthabenbestands zu Beginn der Steuerperiode;
  • das Erzielen von Kapitalgewinnen aus Wertschriftengeschäften bildet keine Notwendigkeit, um fehlende oder wegfallende Einkünfte zur Lebenshaltung zu ersetzen. Das ist regelmässig dann der Fall, wenn die realisierten Kapitalgewinne weniger als 50 Prozent des Reineinkommens in der Steuerperiode betragen;
  • die Anlagen sind nicht fremdfinanziert oder die steuerbaren Vermögenserträge aus den Wertschriften (wie z.B. Zinsen, Dividenden, usw.) sind grösser als die anteiligen Schuldzinsen;
  • der Kauf und Verkauf von Derivaten (insbesondere Optionen) beschränkt sich auf die Absicherung von eigenen Wertschriftenpositionen.

Bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Wertschriftenhandel

Aufgrund der hohen Volatilität des Kryptomarktes dürften die Safe-Haven-Kriterien in Bezug auf den Handel mit Kryptowährungen regelmässig nicht erfüllt sein. Für eine sinnvolle Beurteilung der Tätigkeit muss deshalb vernünftigerweise die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum gewerbsmässigen Wertschriftenhandel herangezogen werden. Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts liegt eine Gewerbsmässigkeit immer dann vor, wenn An- und Verkäufe von Vermögensgegenständen in einer Art getätigt werden, die über die schlichte private Vermögensverwaltung hinausgeht. Als Indizien für eine Gewerbsmässigkeit kommen folgende Begebenheiten in Betracht:

  • systematische oder planmässige Art und Weise des Vorgehens;
  • Häufigkeit der Transaktionen;
  • kurze Besitzdauer;
  • enger Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit der steuerpflichtigen Person;
  • Einsatz spezieller Fachkenntnisse oder erheblicher fremder Mittel zur Finanzierung der Geschäfte;
  • Verwendung der erzielten Gewinne bzw. deren Wiederanlage in gleichartige Vermögensgegenstände.

Die systematische und planmässige Vorgehensweise ebenso wie der Einsatz spezieller Fachkenntnisse sind für die Beurteilung der Gewerbsmässigkeit heutzutage allerdings nur noch von untergeordneter Bedeutung.

Beurteilung des Einzelfalls

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung genügt bereits das Vorliegen eines einzelnen Kriteriums für die Qualifikation der Gewerbsmässigkeit. Weil der Kyrptomarkt vielfach einer aktiven Portfoliobewirtschaftung bedarf, steht für die Beurteilung des Handels mit Kryptowährungen das Kriterium der Häufigkeit der Transaktionen und der kurzen Besitzdauer im Vordergrund. Abschliessend muss auf jeden Fall festgehalten werden, dass der Handel mit Kryptowährungen aus steuerlicher Sicht hohe Unsicherheiten birgt und eine Beurteilung jeweils im Hinblick auf den Einzelfall vorgenommen werden muss.

Quelle: Bucher Tax AG: Beitrag «Vom Crypto-Trader zum Wertschriftenhändler?» vom 21. Juli 2021, abgerufen von<bucher-tax.ch/blog/vom-crypto-trader-zum-wertschriftenhandler> am 23. August 2021.

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