Die aussergewöhnlichsten Steuern der Schweiz

Die Schweizer Gemeinwesen erheben zahlreiche verschiedene Steuern. Neben den herkömmlichen Steuerarten wie der Einkommens- oder Gewinnsteuer kennen die Kantone und Gemeinden auch einige aussergewöhnliche Steuern.

In der Schweiz können der Bund, die Kantone und die Gemeinden Steuern erheben. Diese Steuererhebungskompetenz ist Ausfluss des Drei-Säulen-Prinzips. Neben den allseits bekannten Steuern wie der Einkommens- und Vermögenssteuer für Privatpersonen oder der Gewinn- und Kapitalsteuer für Unternehmen erheben die Schweizer Gemeinwesen auch einige aussergewöhnlichen Steuerarten.

Hundesteuer

Hundehalter müssen in der Schweiz Steuern für ihren vierbeinigen Freund bezahlen. Wer einen Hund besitzt, muss diesen ab einem bestimmten Alter oder bei Zuzug in eine Gemeinde an- und bei Wegzug oder im Todesfall wieder abmelden. Die Hundesteuer wird vom Kanton und/oder der Gemeinde erhoben und liegt in der Regel zwischen hundert und zweihundert Franken im Jahr. In gewissen Kantonen fällt die Steuer abhängig von Grösse und Gewicht des Vierbeiners unterschiedlich hoch aus. Die meisten Kantone kennen zudem Steuererleichterungen oder sogar Steuerbefreiungen für Blindenhunde, Rettungshunde etc.

Vergnügungssteuer

Bei der Vergnügungssteuer handelt es sich um eine Abgabe auf entgeltlichen öffentlichen Veranstaltungen (Theater, Konzerte, Kino etc). Sie wird entweder in Form einer Billettsteuer (z.B. 10 Prozent des Eintrittspreises oder der Bruttoeinnahmen) oder in Form einer Pauschalabgabe erhoben. Die Vergnügungssteuer ist ein Überbleibsel aus früheren Zeiten und wurde inzwischen in den meisten Kantonen abgeschafft. Sie wird heute nur noch in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Fribourg, Jura, Neuenburg und Tessin (nur Kino) erhoben. In den Kantonen Luzern, Solothurn und Waadt existiert die Vergnügungssteuer als fakultative Gemeindesteuer.

Feuerwehrersatzabgabe

Die Feuerwehrersatzabgabe müssen alle feuerwehrpflichtigen Personen entrichten, die keinen Feuerwehrdienst leisten. Sämtliche Kantone mit Ausnahme der Kantone Basel-Stadt, Genf, Tessin, Waadt und Zürich kennen die Feuerwehrersatzabgabe. Die Definition der «feuerwehrpflichtigen Person» sowie auch die Höhe und Form der Abgabe variieren dabei je nach Gemeinwesen. In den meisten Kantonen muss die Abgabe von Frauen und Männern zwischen dem 20. und 50. Altersjahr entrichtet werden. Die Feuerwehrersatzabgabe kann als fixer Betrag oder als Anteil am Einkommen ausgestaltet sein. In der Regel beträgt die Abgabe nicht mehr als 500 Franken.

Wasserzinsen

Bei den Wasserzinsen handelt es sich nicht etwa um Steuern auf der Konsumation von Wasser, sondern vielmehr um eine Abgabe, welche Wasserkraftwerke leisten müssen. Das Recht, an einem Standort die Wasserkraft eines Gemeinwesens nutzen zu dürfen, beruht auf einer Bewilligung. Im Gegenzug für diese Bewilligung müssen Wasserkraftwerke ein jährliches Entgelt, die sogenannten Wasserzinsen, entrichten. Die Höhe der Abgabe hängt von der Bruttoleistung des betroffenen Wasserkraftwerks ab. Die Wasserzinsen werden von allen Kantonen mit Ausnahme der Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Fribourg, Schaffhausen, Tessin, Thurgau und Zürich erhoben.

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