Zum Unternehmenserfolg mit einer Familienverfassung

Familienunternehmen haben in der Schweiz einen hohen Stellenwert. Viele erfolgreiche Schweizer Betriebe wie das Pharmaunternehmen Roche, die Swatch Group oder Hilti sind Familienunternehmen. Aber wie können es Familienbetriebe schaffen so erfolgreich zu sein? Eine Familienverfassung hilft gemeinsame Werte und Ziele zu vereinbaren und Konflikte zu vermeiden.

Was ist eine Familienverfassung?

Eine Familienverfassung ist ein Vertrag, eben eine Verfassung, zwischen den führenden Familienmitgliedern in einer Familienunternehmung. Es handelt sich dabei um einen Werte- und Verhaltenskodex, der Konflikte verhindern und die gemeinsame Zielerreichung erleichtern soll. Durch die Familienverfassung sollen unterschiedliche Interessen in Einklang gebracht werden, denn nur wenn alle Familienmitglieder gemeinsam an einem Strang ziehen kann ein Unternehmen Erfolg haben. Häufig wird die Familienverfassung von den Familienmitgliedern der Unternehmung im Rahmen eines Workshops unter der Leitung von Experten ausgearbeitet. Es ist entscheidend, dass sich die Familienmitglieder tatsächlich zusammensetzen und die Erstellung nicht vollständig einem Dritten überlassen. Denn jede Familienunternehmung ist eine individuelle Institution mit eigenen Bedürfnissen, die deren Leiter am besten kennen. Wird eine Familienverfassung nicht auf diese speziellen Bedürfnisse abgestimmt, droht die Gefahr, dass sie nicht gelebt wird, sondern zum Papiertiger verkommt.

Was ist Inhalt einer Familienverfassung?

Wie Familienunternehmen selbst variieren auch Familienverfassungen. So etwas wie die perfekte Muster-Familienverfassung gibt es deshalb nicht. Dennoch können mögliche Inhalte beschrieben werden, die sich in der Praxis bereits bewährt haben. Dazu zählen insbesondere die Werte, welche die Familie und damit auch die Unternehmung ausmachen d.h. die ethischen und moralischen Prinzipien, nach denen das Geschäftsgebaren auszurichten ist. Auch die Organisationsstruktur und die unterschiedlichen Mitwirkungsrechte und -pflichten der Familienmitglieder sollten geregelt werden. Weiter gilt es den Stellenwert der Unternehmung im Familienvermögen und das Eigentum daran zu klären. Nicht zuletzt sollte auch die Nachfolge geregelt werden. Welche Rechtsstellung angeheiratete Ehepartner haben und nach welchen Kriterien die Nachfolger ausgesucht werden, gilt es frühzeitig festzulegen, um den Geschäftserfolg auch in der Zukunft zu sichern.

Was ist der Unterschied zu einem Gesellschaftsvertrag?

Wieso braucht es eine Familienverfassung, wenn sowieso ein Gesellschaftsvertrag zwischen den Familienmitgliedern existiert? Und was ist eigentlich der Unterschied? Es ist wichtig sich dessen bewusst zu werden, dass eine Familienverfassung und ein Gesellschaftsvertrag zwei unterschiedliche paar Schuhe sind. Während der Gesellschaftsvertrag üblicherweise in juristischem Fachjargon geschrieben ist und die Unterzeichner rechtlich bindet, ist die Familienverfassung allgemeinverständlich und lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung. Letztere enthält keine Detailregelungen, sondern Grundsätze, die den Umgang der Mitglieder untereinander und mit der Gesellschaft prägen sollen. Denn während der Gesellschaftsvertrag oft erst zur Entscheidung im Streit konsultiert wird, soll die Familienverfassung eben diesem vorbeugen. Sie hat zum Ziel die freie Diskussion zu fördern und dadurch eine höhere Entscheidqualität zu schaffen.

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